Jeder fünfte Schüler in Deutschland möchte nach der Schulzeit erst einmal arbeiten, anstatt eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen und dort direkt weiterzulernen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung junger Menschen für eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Unter Schülern mit niedrigem Bildungsniveau tendiere sogar ein Viertel dazu, zunächst jobben zu wollen, teilte die Stiftung mit.
Den Studienautoren zufolge sind die Ergebnisse besorgniserregend. Die Quote der Ungelernten drohe dadurch weiter zu steigen. “Ohne reguläre Ausbildung steigt das Risiko, arbeitslos zu werden oder im Niedriglohnsektor zu verharren”, sagte Bildungsexpertin Helen Renk. Das sei zum einen sehr schwierig für Betroffene. Zum anderen gehe dadurch viel Potenzial für den Arbeitsmarkt verloren. Laut Renk muss es für junge Menschen attraktiver sein, sich beruflich zu qualifizieren, als ungelernt zu arbeiten.
Schüler wünschen sich mehr Unterstützung bei Berufsorientierung
43 Prozent der Befragten gaben an, auf jeden Fall eine Ausbildung anzustreben. 40 Prozent wollen studieren. Viele zeigten sich auch unentschlossen. Nur ein Drittel der Befragten gab an, sich intestine über die Perspektiven nach der Schulzeit informiert zu fühlen, wie die Stiftung mitteilte.
Schüler mit niedriger Schulbildung hätten Probleme bei der Ausbildungsplatzsuche, ihnen falle das Schreiben einer Bewerbung schwer oder sie könnten die geforderten Qualifikationen nicht vorweisen. Für Befragte mit höherem Bildungsniveau sei es schwer, sich in der Fülle an Informationen zur Berufswahl zurechtzufinden. Sie würden sich mehr Angebote zur Berufsorientierung wünschen, vor allem in den Schulen.
2023 besaßen rund 19 Prozent der 20- bis 34-Jährigen keinen Berufsabschluss, wie die Stiftung in Hinblick auf den Berufsbildungsbericht mitteilte. Das entspreche 2,86 Millionen Menschen. Dem Institut der deutschen Wirtschaft zufolge haben im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 570.000 qualifizierte Arbeitskräfte gefehlt.
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