Der Philologenverband Sachsen hält nichts von einer Migrationsquote in Grundschulklassen. «Zum einen haben auch Kinder ohne Migrationsgeschichte mitunter große Schwierigkeiten im Gebrauch der deutschen Bildungssprache, zum anderen ist eine solche Idee rein verwaltungstechnisch nicht umsetzbar», sagte der Landesvorsitzende Thomas Langer der Deutschen Presse-Agentur in Leipzig.
Demnach würde eine Migrationsquote eine grundsätzliche Änderung im Verteilmechanismus der einzuschulenden Kinder auf die Grundschulen zur Voraussetzung machen. Derzeit verteilten die Städte und Gemeinden die Kinder über ihre jeweiligen Schulbezirke an die Bildungseinrichtungen. «Dies müsste abgeschafft und Grundschüler per Quote über die Städte verteilt werden. Das will keiner», so Langer weiter.
Ausreichend Grundschullehrkräfte und gute Förderung viel wichtiger
Wichtiger sei stattdessen vor allem ausreichender Deutschunterricht mit intestine ausgebildeten Grundschullehrerkräften und «dass diejenigen, die damit Schwierigkeiten haben, seien sie mit oder ohne Migrationsgeschichte, viel mehr Förderung erhalten», so der Landesvorsitzende. Hinzu komme: «Wir müssen der Bildungssprache Deutsch in unseren Schulen und bereits in der frühkindlichen Erziehung mehr Beachtung schenken.» Das beginne bereits damit, wie Eltern mit ihren Kindern daheim sprechen und damit Sprache vermitteln würden. Der Schulalltag zeige, dass es mitunter in allen Schülergruppen, egal ob mit Migrationsgeschichte und egal mit welchem Bildungshintergrund, eine «Negativentwicklung im Gebrauch der deutschen Bildungssprache» gebe.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich zuvor offen für eine Obergrenze gezeigt.
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