Die Bayreuther Festspiele wurden mit “Die Meistersinger von Nürnberg” eröffnet. Die Neuinszenierung behauptet, die Oper sei lustig. Bloß: Sie ist es halt nicht.
© Enrico Nawrath/ Bayreuther Festspiele
Der Vorhang öffnet sich, der Blick fällt auf eine gewaltige
34-stufige Treppe, und man ahnt natürlich sofort: Hier wird gleich jemand
stolpern, vielleicht sogar runterfallen.
Schließlich ist vor der Treppe ein Warnschild platziert: Achtung, Treppe,
nicht hinfallen. Und man kennt ja den Tschechow-Satz: Wenn im ersten Akt ein
Gewehr an der Wand hängt, muss es spätestens im dritten Akt knallen, sonst
stimmt etwas mit der Geschichte nicht.
Und heimlich hatte man sich auch schon gefreut zu schreiben:
Was in Wahrheit ins Stolpern gerät, ist die Inszenierung. Aber man wird ihn
nicht verwenden können, denn die Inszenierung gerät nicht ins Stolpern.
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