Friedrich Merz schlägt vor, die Unterkunftskosten für Bürgergeldempfänger zu deckeln. Das zeigt, wie wenig der Kanzler eine der größten sozialen Krisen verstanden hat.
© Felix Burchardt/DIE ZEIT; verw. Bilder: Andreas Rentz, Omer Messinger/Getty Photographs
Friedrich Merz hat am Sonntag sein erstes Sommerinterview
als Bundeskanzler gegeben. Und nachdem er zunächst einige unangenehme Fragen zur
verpatzten Verfassungsrichterwahl über sich ergehen lassen musste, konnte er im
zweiten Teil des Interviews endlich über ein Thema sprechen, das ihm nach
eigener Aussage besonders am Herzen liegt. Eines, mit dem er einen großen Teil
seines Wahlkampfs bestritten hatte und von dem er, so könnte man meinen,
eigentlich Ahnung haben müsste: die steigenden Ausgaben fürs Bürgergeld.
Die liegen derzeit bei etwa 50 Milliarden Euro im Jahr,
wobei allein rund 20 Milliarden dafür draufgehen, Bürgergeldempfängern ein Dach
über dem Kopf zu finanzieren. Wegen der vielerorts rasant steigenden Mieten ist
diese Summe zuletzt in die Höhe geschossen. Und allen Prognosen nach dürfte sie
künftig weiter steigen. DIE ZEIT hat dazu Anfang Juli eine Recherche
veröffentlicht, aus der hervorgeht, welch astronomisch hohe Quadratmeterpreise
die Jobcenter in einigen Städten übernehmen – weil es dort kaum mehr bezahlbare
Wohnungen gibt.
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